Bürgermeister Heiko Monden und sein Stellvertreter und Amtsvorgänger Kurt Blume freuten sich, Mitglieder der SPD/FDP-Gruppe im Kreistag mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Eckhard Ilsemann an der Spitze auf ihrer Sommertour in Auhagen begrüßen zu können.

Es ging um das Thema „Kalte Nahwärme“ am Beispiel des Baugebietes „Dühlholzkämpe-Süd“. An der Besichtigung und dem Informationsgespräch haben die Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers, der heimische Landtagsabgeordnete Jan-Philipp Beck und Landrat Jörg Farr teilgenommen.

Besichtigung des Neubaugebeits

2018 habe es, so Monden, erste Überlegungen für ein neues Baugebiet gegeben; es sei ein energetisches Qualitätskonzept entworfen worden. „Es sollte kein 0815-Baugebiet werden, sondern etwas Klimafreundliches“, erinnert sich der Bürgermeister. Es wurde über alternative Energiequellen beraten. 2019 gab es erste Kontakte zum Unternehmen LeineNetz, das gemeinsam von den Stadtwerken Garbsen und den Wirtschaftsbetrieben Neustadt am Rübenberge betrieben wird.

LeineNetz beschäftigt 150 Mitarbeiter und versorgt über 110.000 Einwohner. Heiko Monden und Kurt Blume hatten von dem Leuchtturmprojekt im Neubaugebiet Hüttengelände in Neustadt a.R. gehört, das mit Kalter Nahwärme versorgt wird. Der Gemeinderat Auhagen fasste den Aufstellungsbeschluss und legte sich auf Kalte Nahwärme fest. „Auf lange Sicht ist dies die günstigste Alternative“, sind Monden und Blume überzeugt. 2021 war Baubeginn.

„In Auhagen haben wir das zweite kalte Nahwärmenetz in Niedersachsen in Betrieb genommen - 25 Bauplätze mit insgesamt 33 Wohneinheiten“, berichtet Roland Rebers, Bereichsleiter Vertrieb und Kundenmanagement bei LeineNetz. „Unsere Kalte Nahwärme funktioniert ganz ohne fossile Brennstoffe“, erläutert Rebers. Die nötige Energie für die Wärmepumpen stamme aus Ökostrom. Die Kalte Nahwärme sei eine Wärmeversorgung mit geringen Vorlauf-Temperaturen.

Erläuterung von Meschinen

In 1,5 Meter Tiefe liegt ein mit frostbeständigem Wassergemisch gefüllter Rohrverband, der Kollektor. Er leitet die Erdwärme durch die Rohre direkt zu den Grundstücken. Dort wandelt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die Erdwärme in nutzbare Wärmeenergie für Warmwasser und die Heizung um.

Monden ergänzt, dass durch die Nutzung des geothermischen Potenzials des Standortes die Bauherren leicht ohne weitere Maßnahmen den KfW-55-Standard erreichen. Ein weiterer Vorteil: Kalte Nahwärme heizt nicht nur, sondern kann im Sommer das Haus sogar um zwei bis drei Grad kühlen. Angrenzende Grundstücke könnten sogar nachträglich an das Kalte-Nahwärme-Netz angeschlossen werden.

„Gasheizung ist billiger, langfristige Bindung an LeineNetz", so habe es laut Monden, zu Beginn durchaus Skeptiker gegeben. Doch während der Energiekrise hätten sie gemerkt, für wie wenig Geld sie ihre Häuser heizen können. „Kalte Nahwärme ist technologisch der richtige Schritt“, ist der Bürgermeister überzeugt.