Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Marja-Liisa Völlers hat die SPD/FDP-Gruppe im Kreistag Landkreis Schaumburg auf ihrer Sommertour die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) in Winzlar besucht und sich die Ausstellung zur Artenvielfalt „Meer im Blick“ angesehen.

Gespräche wurden mit Vorstandsmitgliedern und wissenschaftlichen Mitarbeitern wie Thomas Brandt, Thomas Beuster und Karl-Heinz Nagel über Ziele, Arbeitsfelder und Finanzierung des Vereins geführt. An der Veranstaltung haben auch Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion Nienburg teilgenommen.

Das Steinhuder Meer ist mit fast 30 Quadratkilometer Wasserfläche der größte See in Niedersachsen. Er ist nach der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren entstanden und ist seit Jahrzehnten ein wichtiges Naherholungsgebiet. Mit den angrenzenden Feuchtgebieten, dem Meerbruch und dem Toten Moor hat das Steinhuder Meer sogar eine internationale Bedeutung für den Naturschutz.

Im Jahr 1991 wurde der eingetragene Verein „Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer“ gegründet; im Jahr 1992 wurde mit Unterstützung des Landes ein Resthof in Winzlar gekauft. „Bedrohte Lebensräume, Tiere und Pflanzen schützen - Menschen nachhaltig informieren, das waren die Motive zur Gründung des Vereins - wir nehmen Aufgaben des Landes wahr“, erläuterte Thomas Brandt. Das Land trägt auch zu 90 Prozent zur Finanzierung der Station bei; die Landkreise Schaumburg und Nienburg überweisen jeweils jährlich 10.000 Euro, die Region Hannover 15.000 Euro.

Die Kameras des Vereins gewähren als stille Beobachter aus mehreren Kilometer Entfernung Einblick in das Geschehen am Steinhuder Meer, wie zum Beispiel das Nest der Fischadler und Seeadler. Viele Tier- und Pflanzenarten sind in vergangenen Jahrzehnten durch Verfolgung oder Vernichtung ihrer Lebensräume ausgestorben.

Durch zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen könnten die Tiere und Pflanzen wieder bei uns leben. „Manche brauchen aber aktive Unterstützung - einige Arten wie zum Beispiel Laubfrosch und Feldgrille haben wir deswegen aktiv bei uns angesiedelt“, berichtet Thomas Beuster. Andere wie See- und Fischadler hätten das Steinhuder Meer mit unterstützenden Hilfsmaßnahmen von selbst zurückerobern können.

„Gibt es Störungen von Menschen?“, wollte Marja-Liisa Völlers wissen. „Ganz schlimm sind Heißluftballonfahrten, die im Tiefflug über Seeadlergebiete geflogen sind“, erwiderte Thomas Brandt. Silhouette und die Geräusche würden die Tiere stören, welche die Ballone als Feuer wahrnehmen würden. Die Region Hannover habe aber Flagge gezeigt und Fahrten unter einer Höhe von 600 Metern verboten. Ein Störer sei auch der Learjet, der in Wunstorf startet und seine Runden über das Steinhuder Meer dreht.

Die Kreispolitiker aus Schaumburg und Nienburg waren sich einig, dass es gut angelegtes Geld ist, um die Arbeitsfelder des Vereins mit Biotopenschutz, Artenschutzprojekten und dem angeschlossenen Regionalen Umweltbildungszentrum, das jährlich von etwa 150 Schulklassen aufgesucht wird, zu unterstützen.