„Anrufbusse sind ein zentrales Thema, das wir über die Jahre aufgegriffen haben, um Generationengerechtigkeit zu gestalten und Älteren sowie Menschen mit Handicap Mobilität und Teilhabe zu sichern“, meinte Eckhard Ilsemann, der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, zu Beginn des Besuches beim Anrufbus Niedernwöhren. Die Vorstände des eingetragenen Vereins, Andreas Schmidt, Bernd Fröhlich und Bernhard Gläser sowie Betriebsleiter Daniel Wischhöfer, haben den Kreispolitikern der SPD, die von Jan-Philipp Beck (MdL) und Landrat Jörg Farr begleitet wurden, die Zentrale gezeigt und die Arbeit des Anrufbus Niedernwöhren erläutert.

„Am Anfang gab es hier nur einen Schulverkehr; die Förderung der Mobilität war unser Ziel“, blickt Daniel Wischhöfer auf das Jahr 2003 zurück, als die Samtgemeinde Niedernwöhren ein zweijähriges Projekt mit vier Fahrerinnen und Fahrern startete. Ideengeberin und treibende Kraft war die damalige SPD-Kreistagsabgeordnete Erika Hoppe-Deter. Der große Vorteil für insbesondere Ältere und Menschen mit Handicap ist das Abholen von der eigenen Haustür und ein Transfer direkt zum Ziel. 

Zentrale des Anrufbusses

„Mehr Mobilität und damit auch mehr Lebensqualität - das erreichen wir mit Hilfe der etwa 40 Fahrerinnen und Fahrern, die ihre Zeit ‚spenden‘ und mit sechs Fahrzeugen ehrenamtlich unterwegs sind“, so Andreas Schmidt. 2005 wurde der Anrufbusverein gegründet, der den Fahrbetrieb übernommen hat. Die Zentrale steht im Eigentum der Samtgemeinde. Hier arbeiten zwei festangestellte Mitarbeiter und koordinieren montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr die Fahrtwünsche. Fahrzeiten sind montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.

Die vergangenen 20 Jahre sind eine einzigartige Erfolgsgeschichte. 2016 ist der Anrufbus Sachsenhagen hinzugekommen und 2021 der Anrufbus Obernkirchen. 2025 wurde die Schallmauer von 200.000 Fahrgästen durchbrochen. Im Jahr sind es durchschnittlich 17.000 Personen, die befördert werden. „Wir achten natürlich auf Wirtschaftlichkeit und sorgen für eine Bündelung, so dass in der Regel mehrere Personen im Auto unterwegs sind“, so Wischhöfer. Freiwillig verzichtet man auf Krankenfahrten mit Transportschein und einen morgendlichen Schülertransport, um das Kerngeschäft der Taxiunternehmen nicht zu behindern.

Bei einem Finanzvolumen von rund 200.000 Euro stammt ein Drittel der Einnahmen von den Fahrgästen, ein Drittel von den Samtgemeinden Niedernwöhren, Sachsenhagen und der Stadt Obernkirchen sowie ein weiteres Drittel vom Landkreis. „Der ehrenamtliche Einsatz der Fahrerinnen und Fahrer ermöglicht erst den Betrieb der Anrufbusse; wir werden die Anrufbusse auch bei veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen weiter unterstützen“, betonte Ilsemann abschließend. 

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