"Viel erreicht und noch viel zu tun"

Bürgermeisterinnen im Landkreis Schaumburg
 
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SPD feiert 150-jähriges Bestehen / Ehrung für fünf Kommunalpolitikerinnen / 400 Gäste in der Lieth-Halle

 

Stellvertretend für alle Mitglieder begrüßte Becker mit Heinz Grabbe ein "sozialdemokratisches Urgestein". Der Bürgermeister, Samtgemeindebürgermeister, Kreistagsabgeordnete und Ehrenbürgermeister der Gemeinde Ahnsen habe über Jahrzehnte diesen Landkreis geprägt. Neben dem Ehrengast Franz Müntefering wurden von Becker namentlich Sebastian Edathy, Ernst Kastning, Heiner Bartling, Jörg Farr und Heinz-Gerhard Schöttelndreier willkommen geheißen.
Die 150-jährige Geschichte der SPD, so Becker, sei von den Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität geprägt gewesen. Es seien soziale Fortschritte und eine Teilhabe der Menschen erreicht worden. In einer sich verändernden Gesellschaft müssten die alten Grundwerte der SPD immer wieder verteidigt werden. Auswüchse bei der Leiharbeit, Zeitarbeit und den Mini-Jobs seien Probleme, die angepackt und gelöst werden müssen.
Eine Gewährleistung der Teilhabe am gesellschaftlichen Wohlstand ist laut Becker nur über die Bildung zu erreichen, aber nicht mit einem sozial-selektiven Bildungssystem, das Kinder nach ihrer Herkunft auswählt. "Ich bin stolz auf meine Partei, die in 150 Jahren keinen Anlass hatte, ihren Namen zu ändern", bekannte Becker. Der heimische SPD-Landtagsabgeordnete erinnerte daran, dass es die SPD gewesen ist, die 1918 das Wahlrecht für Frauen eingeführt hat. Mit Marie Juchacz habe die erste Frau in einem Parlament gesprochen. "Viel erreicht, noch viel zu tun" gelte auch für diesen gesellschaftlichen Bereich. Schließlich gebe es noch immer einen Lohnabstand von 23 Prozent zwischen Männern und Frauen. Karsten Becker und Franz Müntefering haben gemeinsam fünf hervorragende kommunalpolitisch tätige Frauen geehrt: Christel Bergmann (Bürgermeisterin Bad Eilsen), Ulrike Koller (Bürgermeisterin Wendthagen-Ehlen), Gudrun Olk (Bürgermeisterin Bad Nenndorf), Marion Passuth (Bürgermeisterin Hülsede) und Helma Hartmann-Grolm (stellvertretende Landrätin). Sie haben alle ein von Franz Müntefering signiertes Buch "Geschichte der Sozialdemokratie" erhalten.
Das Junge Theater St. Magnus aus Beber/Bad Münder zeigte auf der Bühne Ausschnitte aus dem Stück "Rosa" und erinnerte damit an die Hamelner SPD-Frau Rosa Helfers, "die sich als Frau in die SPD eingeschlichen hat, als nur Männer erlaubt waren".

Schaumburger Wochenblatt vom 05.06.2013 | Foto: hb/m