Einst ein „Glücksgriff“ für eine Million D-Mark

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Der Hafen Berenbusch ist Ziel einer Exkursion der SPD-Stadtratsfraktion gewesen. Während des Aufenthaltes stellten mehrere Redner die Bedeutung der aktuell in die Herrichtung des Umschlagplatzes getätigten Investitionen heraus.

Bückeburg. „Der Hafen ist ein ganz wichtiger Impuls nicht nur für Bückeburg, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis“, sagte Karsten Becker.

Der als Gast vor Ort weilende SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landtagskandidat ging zudem davon aus, dass Berenbusch durch den Ausbau des Jade-Weser-Portes zukünftig eine deutlich höhere Bedeutung als bisher zukommen werde. „Die Umschlagbedarfe im Hinterland werden deutlich zunehmen“, erklärte Becker.

Die Wirtschaftsförderungsabteilung des Landkreises führte der Politiker aus, verzeichne deutliche Hinweise darauf, dass Firmen hier Umschläge und Kapazitäten ausweiten wollten, weil die Attraktivität des Standortes durch die Umschlagmöglichkeiten Wasser/Straße deutlich verbessert würden. Becker: „Es macht sich also jetzt schon bemerkbar, dass hier etwas passiert und dass hier erhebliche Summen in den Ausbau der Infrastruktur gesteckt werden.“ Wenn sich das schon in den Anfängen dergestalt bemerkbar mache, könne man dem in Aussicht stehenden Fortgang durchaus hoffnungsfroh entgegenblicken.

Bürgermeister Reiner Brombach ergänzte, dass der Hafen nicht nur über eine Anbindung Straße/Wasser, sondern auch über einen Bahnanschluss verfüge. Eine weitere Aufwertung könne mit der Errichtung des Containerumschlagplatzes Regioport einhergehen. Weil auf der anderen Kanalseite ein reiner Containerhafen entsteht, in Berenbusch aber auf Stückgut gesetzt wird, verspreche sich die Stadt, „dass da doch durchaus das eine oder andere abfällt“. Das Stadtoberhaupt: „Wenn dort Stückgut anfällt, wird man damit nicht nach Hille oder nach Lübbecke oder noch weiter nach Westen gehen.“

Brombach bezeichnete den Kauf des Hafenareals – die Stadt hatte das Gelände 1998 für eine Million D-Mark vom Bund erworben – als „Glücksgriff“. Die Aufbauten (mächtige Speichergebäude, die jetzt zum Teil abgerissen werden oder bereits dem Erdboden gleichgemacht worden sind) seien zunächst als Belastung empfunden worden. „Bald konnten wir uns vor Nachfragen aber kaum retten“, rief der Bürgermeister ins Gedächtnis. Inzwischen sind mehrere Parzellen der ursprünglich 16 Hektar großen Fläche verkauft worden. Es sei indes wichtig, dass zumindest der direkte Anschluss an den Mittellandkanal stets in städtischer Hand bleibt, erläuterte Bernd Insinger. „Das heißt, wer umschlagen will, muss das in Zusammenarbeit mit der Stadt tun“, betonte der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion.

Reiner Wilharm, als Nachfolger von Horst Tebbe seit Januar Leiter des städtischen Hafenbetriebs, bezifferte die Höhe der gegenwärtig in Berenbusch investierten Geldsumme mit 5,3 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen ist mit einem Zuschuss von 1,5 Millionen Euro, der Landkreis mit 200000 Euro im Boot. Derzeit stehen am Mittellandkanal die Verlagerung der Verwaltung des Holzaufbereiters Interseroh und der Neubau einer Halle des Unternehmens Raiffeisen Landbund auf dem Programm. Wilharm geht davon aus, den Umsatz nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten auf rund 200000 Tonnen pro Jahr steigern zu können. „Gestartet sind wir seinerzeit mit einem Jahresumschlag von 30000 Tonnen“, erinnert der Betriebsleiter.

Quelle: sn-online.de - 09.01.2013 18:26 Uhr